Einen Nachweis, wann genau das Gebäude errichtet wurde, haben wir leider nicht, weil es erst seit dem Jahr 1862 Aufzeichnungen gibt, da in jenem Jahr das erste Grundbuchamt der Stadt seinen Dienst aufnahm. Aber dem Stil des Hauses nach zu urteilen, scheint es, als sei es bereits zu einem früheren Zeitpunkt erbaut und möglicherweise gegen Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut worden.

              Bei dem zweistöckigen Gebäude handelt es sich um ein für Andalusien typisches Altstadthaus, das über zwei Patios - in einem befindet sich ein Brunnen -, einen Salon, ein Esszimmer, eine Küche und einen kleinen Vorgarten verfügt. Als einziges Gebäude der Straße C/Isabel Losa konnte es seine ursprüngliche Architektur bewahren und ist deshalb vom Amt für Denkmalschutz der Stadtverwaltung Córdobas geschützt.

              Um den Ursprung dieser typischen Altstadthäuser zu verstehen, muss man bis zu den traditionellen Häusern aus römischer Zeit zurückgehen, die sich – ebenso wie die traditionellen Landhäuser Andalusiens – um einen so genannten Patio, den Innenhof, herum gliederten. Diese räumliche Aufteilung des Hauses wurde aber zur Zeit der maurischen Herrschaft modifiziert. Die arabische Bevölkerung legte großen Wert auf die Wahrung ihrer Intimsphäre. Entsprechend dieser Neigung gewannen die im Inneren des Hauses liegenden Höfe gegenüber den außerhalb befindlichen Freiflächen deutlich an Wichtigkeit für das tägliche Leben. Die Innenhöfe des Hauses verwandelten sich in Obst- und Ziergärten, in denen sich eine Vielzahl an Nutz- und Zierpflanzen befand. Insbesondere die Verwendung aromatischer Pflanzen und das allgegenwärtige Plätschern von Wasser war für die arabische Lebensart charakteristisch und prägt noch heute die Patios.

              Zweifelsohne verändern sich Gebäude im Laufe der Zeit, um sich an die neuen Anforderungen, die an sie gestellt werden, anzupassen, ohne aber ihr ursprüngliches Wesen dabei zu verlieren. Aus diesem Grund können wir neben vielen alten Elementen andere erkennen, die aus jüngerer Zeit stammen, wie zum Beispiel die Fliesen, wie man auf dem Foto oben rechts gut erkennen kann, oder die Verwendung exotischer Pflanzen, so dass man sich heute einen Patio ohne Geranien und Hängegeranien (beide südafrikanischen Ursprungs) oder Bougainvilleas, die aus Brasilien stammen, kaum noch vorstellen kann.

              Zusammenfassend kann man sagen, dass ein andalusisches Altstadthaus, und somit auch das unsrige, in sich das Wesen aller Kulturen vereinigt, die ihre Spuren in ihm hinterlassen haben.